Die meisten kommen wegen der Spas und des Blicks auf den Schnee hinter Glasscheiben an den Tegernsee. Doch es gibt noch eine andere Seite: still, steil und ganz für dich allein, wenn du hoch genug steigst.
Der Hirschberg (1.670 m) erhebt sich direkt südlich des Sees, ein stattlicher Berg in den Bayerischen Voralpen mit einem der besten Panoramen gemessen am Aufwand. Im Sommer ist er überlaufen. Im Winter fühlt es sich an, als gehöre er dir.
Tourenübersicht
Strecke: 13,9 km
Aufstieg/Abstieg: 911 m
Höchster / tiefster Punkt: 1.658 m / 764 m
Schwierigkeit: Mittelschwer
Tourenart: Rundwanderung (über Hirschberghaus und Rauheckalm)
Dauer: 4–5 h (6 h mit Pausen)
Start/Ziel: Scharling (bei Rottach-Egern)
Von Scharling zum bewaldeten Rücken
Der Weg beginnt in Scharling, einem ruhigen Weiler südlich von Rottach-Egern. Vom kleinen Parkplatz nahe dem Ortsschild geht die Straße in einen Schotterweg über und steigt gleichmäßig in den Fichtenwald hinauf.
Schnee dämpft das Rauschen des Bachs unterhalb. Der Weg wird breiter und führt in Kehren zwischen Lichtungen hinauf. Im Winter wirkt der Wald ruhig und bedächtig: Jeder Schritt knirscht, jeder Atemzug bleibt in der kalten Luft hängen.
Nach etwa 90 Minuten öffnet sich der erste Blick: auf den Rücken des Kratzer und dahinter das Gipfelkreuz des Hirschbergs.
Letzter Aufstieg zum Gipfel
Der obere Abschnitt wird steiler. Hier helfen Wanderstöcke oder Grödel. Du kommst am Hirschberghaus (1.511 m) vorbei, das im Winter meist geschlossen ist, und folgst einer schmalen Spur am Grat entlang. Der letzte Anstieg ist kurz, aber steil: volle 150 Höhenmeter durch windgepressten Schnee.
Dann wird es plötzlich flach.
Am Gipfelkreuz (1.670 m) entfaltet sich ein weites, gestochen scharfes Panorama: unten der Tegernsee, im Südwesten Roßstein–Buchstein, weiter dahinter die Gebirgszüge von Rofan und Karwendel. An klaren Tagen zeichnet sich sogar die Zugspitze am Horizont ab.
Abstieg über die Rauheckalm
Beim Abstieg lohnt sich der Abstecher zur Rauheckalm: eine sanfte Querung durch offenes Almgelände, mit weit über die Schneefelder fallendem Licht. Der Forstweg führt zurück ins Tal und mündet in denselben Weg, der zum Ausgangspunkt in Scharling führt.
Insgesamt fühlt sich die Runde lang, aber nie beschwerlich an: ein gleichmäßiger Rhythmus zwischen Waldschatten, blendendem Schnee und kurzen Sonnenmomenten.
Hinweise für Wanderer
- Saison: Dezember–März. Frühmorgens ist der Schnee fester; nach Neuschnee können Schneeschuhe nötig sein.
- Ausrüstung: wasserdichte Wanderschuhe, Stöcke, Grödel oder leichte Steigeisen, warme Kleidung in mehreren Schichten.
- Sicherheit: geringe Lawinengefahr, wenn du auf dem markierten Weg bleibst; meide nach starken Schneefällen die offene Ostflanke unterhalb der Rauheckalm.
- Parken: kleiner gebührenpflichtiger Parkplatz in Scharling (nahe den Hirschbergliften).
- Öffentliche Verkehrsmittel: mit dem Zug nach Tegernsee, dann mit Bus 9550 bis Kreuth-Scharling (Hirschbergweg).
Warum es sich lohnt
Winterwanderungen können sich mechanisch anfühlen: kalt, grau, zweckmäßig. Doch der Hirschberg durchbricht dieses Muster.
Er ist schlicht, schön und unprätentiös. Ein Berg, der dich mit Weite statt Adrenalin belohnt.
Vom Gipfelkreuz siehst du halb Bayern unter Schnee, und für ein paar Minuten zählt nichts anderes.







Hinterlasse einen Kommentar oder einen Tourenbericht