Es gibt Tage, an denen du keinen Gipfel brauchst, sondern nur einen stillen See, kaltes Wasser und einen tiefen Atemzug Bergluft.
Der Untere Gaisalpsee, versteckt oberhalb des Dorfes Reichenbach bei Oberstdorf, bietet genau das: einen zweistündigen Aufstieg, der an einem der einladendsten Bergseen Bayerns endet.

Die Umgebung
Die Allgäuer Alpen zeigen Bayerns sanftere Seite: grüne Wiesen, Holzhütten, Wasserfälle und steile Gipfel, die noch wild wirken.
Der Weg zum Unteren Gaisalpsee (1.508 m) folgt genau diesem Rhythmus: Wasserfälle, Wald, Blumen und schließlich ein kalter, blauer See, eingerahmt von den felsigen Hängen des Rubihorns.
Vom Parkplatz in Reichenbach (860 m) folgst du den Schildern zur Gaisalp. Zu Beginn stehen zwei Wege zur Wahl. Nimm den, der durch den schmalen Reichenbachtobel hinaufführt. Er ist steiler und nasser, landschaftlich aber deutlich reizvoller: Kleine Kaskaden und Brücken liegen zwischen moosbewachsenen Wänden.
Nach einer halben Stunde öffnet sich die Schlucht zu Weideflächen, und der eigentliche Aufstieg beginnt: Ein schmaler alpiner Pfad schlängelt sich über Wurzeln und Steine und gibt gelegentlich den Blick zurück ins Illertal frei.
Dann lichtet sich der Wald, das Licht verändert sich, und der See taucht auf: grünes Gras, klares Wasser, leiser Wind.
Tourendaten
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Strecke: | 10,9 km (Rundwanderung) |
| Aufstieg/Abstieg: | 724 m |
| Höchster Punkt: | 1.508 m Höhe |
| Tiefster Punkt: | 860 m |
| Schwierigkeit: | Mittel |
| Gehzeit: | ~2 h Aufstieg, 1,5 h Abstieg |
| Wegtyp: | Rundwanderung |
Der Weg ist steinig, aber nie ausgesetzt. Ideal für trittsichere Anfänger oder alle, die eine halbtägige Bergwanderung mit einem klaren Ziel und einer Belohnung oben suchen.
Der See

Der Untere Gaisalpsee gehört zu den Seen, die sanft wirken, aber das ganze Jahr über kalt bleiben. Selbst im Juli steigt die Wassertemperatur selten über 10 °C. Trotzdem gibt es an einem heißen Tag kaum etwas Schöneres, als hier zu schwimmen.
Das Ufer bietet genug Platz, damit jeder sein eigenes Stück Wiese findet. Setz dich hin, iss etwas oder beobachte, wie sich die Spiegelungen mit den Wolken verändern.
Wer ehrgeizig ist, kann noch eine Stunde weiter zum Rubihorn (1.957 m) oder zum Geißfußsattel aufsteigen und einen umfassenden Blick über Oberstdorf und den Nebelhorngrat genießen. Die meisten bleiben aber hier, und das zu Recht.
Anreise
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Start: Dorf Reichenbach (bei Oberstdorf, Allgäu)
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Parken: Zwei Parkplätze vor dem Dorf: ein großer kostenpflichtiger und ein kleiner kostenloser.
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Öffentliche Verkehrsmittel: Zug nach Oberstdorf → Bus nach Reichenbach (Haltestelle „Reichenbach bei Oberstdorf“).
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Saison: Mai–Oktober. Der Weg durch die Schlucht kann nach Regen rutschig sein; im Winter meiden.
Hinweise für Wanderer
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Schuhe: Feste Wanderschuhe wegen Wurzeln und nassem Fels.
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Wasser: Nimm 1 l pro Person mit; nur am See nachfüllen.
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Schwimmen: Erlaubt; das Wasser ist kalt, aber sauber.
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Bestes Licht: Morgens trifft die Sonne von Osten auf den See; nachmittags gibt es Spiegelungen.
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Familien: Gut für fitte Kinder ab 10 Jahren.
Gedanken zur Tour
Manche Wanderungen fordern dich heraus, andere lassen dich wieder zur Ruhe kommen. Der Untere Gaisalpsee gehört zur zweiten Kategorie.
Er ist ein kleines Stück alpiner Ruhe: Wasserfälle am Anfang, Bergluft oben und ein See, der dich zum Langsammachen zwingt, weil er zu kalt ist, um einfach hineinzustürmen.
Das Allgäu schreit nicht. Es flüstert, und diese Wanderung ist einer seiner klarsten Sätze.






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