Tief in die Felswände bei Sankt Johann im Pongau eingeschnitten, zählt die Liechtensteinklamm zu den eindrucksvollsten Schluchten Europas: ein schmaler, tosender Korridor aus Wasser und Fels. Über Jahrtausende hat die Großarler Ache diese 4 km lange Schlucht in den massiven Kalkstein gegraben und dabei senkrechte Wände geschaffen, die bis zu 400 Meter hoch aufragen.
Nach mehrjährigen Sanierungsarbeiten wurde die Klamm 2021 mit neuen Brücken, Treppen und dem markanten spiralförmigen Steg Helix wiedereröffnet, einer 30 Meter hohen, frei in der Luft hängenden Stahlkonstruktion. Eine seltene Gelegenheit, sicher durch eine der gewaltigsten geologischen Formationen der Alpen zu gehen.
Überblick
Lage: Sankt Johann im Pongau, Salzburg, Österreich
Länge (begehbar): 1 km (von insgesamt 4 km)
Aufstieg: 80 m
Treppen: 444 Stufen
Schwierigkeit: Leicht bis mittelschwer
Dauer: 1–1,5 h hin und zurück
Saison: Mitte Mai bis Oktober
Eintritt (2025): Erwachsene 15 € | Kinder 8,50 € | Hunde nicht erlaubt
Das Erlebnis
Der Einstieg liegt nahe dem Besucherzentrum. Von dort folgst du dem Rauschen des Flusses in die Klamm. Innerhalb weniger Minuten wird daraus ein Donnern: Wasser stürzt durch einen Spalt, der kaum breit genug ist, um Licht hindurchzulassen. Der Weg schlängelt sich durch Tunnel, über Brücken und schließlich über die Helix, einen spiralförmigen Steg, der über dem reißenden Wasser zu schweben scheint.
Du steigst über 444 sichere Holzstufen hinauf. Mal streift dich die Gischt von den Wänden, mal gehst du durch so dichten Sprühnebel, dass die Luft selbst lebendig wirkt. Dazwischen fällt das Licht in schmalen Strahlen hinab und lässt die smaragdgrüne Gischt des Wassers aufleuchten.
Am Ende des 1 km langen Weges liegt eine Aussichtsplattform. Hier siehst du, wie Jahrhunderte der Erosion die senkrechten Falten des Kalksteins geformt haben. Wenn du hier stehst, spürst du, warum dieser Ort frühen Entdeckern einst wie eine andere Welt vorkam.
Die Geschichte hinter dem Namen
Die Klamm verdankt ihren Namen Fürst Johann II. von Liechtenstein, der 1876 dem örtlichen Alpenverein 600 Gulden spendete, um die ersten Brücken fertigzustellen und die Klamm für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Diese Unterstützung gab der Klamm sowohl ihren Namen als auch ihren dauerhaften Platz im alpinen Tourismus.
Entstehung
Die Liechtensteinklamm entstand, als unterirdisches Wasser aus dem Salzachbecken durch Verwerfungen im Kalkstein drang und sich langsam in die Tiefe grub. Im Laufe der Zeit vertiefte Gletscherschmelzwasser die Rinne zu einer engen Schlucht, die heute zu den tiefsten der Alpen zählt.
Die Klamm bleibt ein anschauliches Beispiel für fluviale Erosion, Karsthydrologie und die unermüdliche Geduld, mit der Wasser den Stein formt.
Praktische Informationen
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Öffnungszeiten 2025
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Mai–Sept.: 09:00–18:00
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Okt.: 09:00–16:00
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Tickets: Vor Ort oder über liechtensteinklamm.at
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Anfahrt: Von Salzburg (60 km) über die A10 nach St. Johann im Pongau, dann der Beschilderung zum Liechtensteinklamm Parkplatz folgen.
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Ausstattung: Besucherzentrum, Café, Toiletten, Picknickbereich.
Tipps für deinen Besuch
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Nimm eine Regenjacke mit, denn in der Klamm liegt ständig Sprühnebel in der Luft.
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Trage rutschfeste Wanderschuhe.
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Komm früh am Morgen oder am späten Nachmittag, wenn das Licht weich ist und weniger los ist.
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Fototipp: Nutze längere Belichtungszeiten, um die Bewegung des Wassers einzufangen.
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Verbinde deinen Besuch mit Wanderungen in der Nähe, im Alpendorf oder im Grossarltal.
Warum sich ein Besuch lohnt
Die Liechtensteinklamm ist weniger eine Wanderung als eine Begegnung mit elementarer Kraft. Sie erinnert daran, was Zeit, Druck und Wasser formen können: eine enge Welt aus widerhallenden Geräuschen, Sprühnebel und Stein, die dich mit jedem Schritt Demut lehrt.
An wenigen Orten in den Alpen kommst du der Geologie in Bewegung so nahe.
Praktischer Überblick
Ausgangspunkt: Besucherzentrum, St. Johann im Pongau
Länge: 1 km (pro Richtung)
Höhenmeter: 80 m
Dauer: 1–1,5 h
Eintritt: 15 € Erwachsene / 8,50 € Kinder
Saison: Mai–Oktober
Region: Salzburg, Österreich







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